Adobe Creative Cloud kündigen – Abenteuer 2017

Man hat es schon nicht leicht oder besser gesagt manche Firmen machen es einem nicht gerade leicht! Doch zurück zum Anfang. Als ich begann mich ernsthaft für die DSLR Fotografie zu interessieren und Aufnahmen im RAW zu erstellen, bin ich, wie viele Andere auch zu Lightroom gekommen. Damals noch in der Version 3. Der Einstieg war nicht einfach, doch nach einiger Zeit wollte ich Lightroom nicht mehr missen. Dies geht mir bis heute so. Ich habe mir einige RAW Converter angesehen,  unter anderem On1 Photo RAW 2017 / 2018 Beta, Capture One Pro, DXO Optics Pro), jedoch kam ich mit keinem wirklich zurecht. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur „Lightroom verseucht“. 

Anfangs nutzte ich Adobe Lightroom zusammen mit Photoshop Elements, später mit Affinity Photo. Leider funktionierte die Zusammenarbeit mit Affinity Photo nur leidlich. Es kam immer wieder zu Problemen bei der Rückgabe der editieren Dateien an Lightroom. So entschloss ich mich im Juli 2017 die Adobe Creative Photo Cloud für EUR 11,89 pro Monat zu abonnieren. Nun funktionierte der Workflow zwischen LR und Photoshop einwandfrei. Zudem sind LR Mobile, Photoshop, Spark und Capture wirklich fantastische Programme.

Sicher stellen sich einige jetzt die Frage, wenn doch alles so gut funktioniert warum will er dann kündigen? Mir geht es um die Produktpolitik nach Einführung von Adobe Lightroom Classic  CC und Adobe Lightroom CC im Oktober 2017. Das neue Lightroom Classic CC enthält kaum neue Features, dafür aber spürbare Performance Steigerungen. LR Classic CC (eigentlich Lightroom 7) gibt es jedoch nur im ABO. Besitzer der Lightroom 6 Kaufversion kommen somit leider nicht in den Genuss der schnelleren Software. Lightroom 6 wird lt. Adobe nur noch bis zum Ende des Jahres mit neuen Kameraprofilen versorgt. Danach ist Schluss. Spätestens beim Kauf eines neuen Kameramodells in 2018 wird LR6 nutzlos. Mit meinem Cloud Abo betrifft mich das derzeit zwar nicht, allerdings möchte ich die Produktpolitik von Adobe nicht weiter unterstützen und habe mich somit zur Kündigung oder besser gesagt zur Nicht Verlängerung meines Adobe Creative Cloud Abos entschieden.  Und hier beginnt das Abenteuer!

Mein Foto Abo Creative Cloud (Monatliche Zahlung, Jährliche Laufzeit) endet am 02.07.2018. Um eine versehentliche Verlängerung zu vermeiden wollte ich den Vertrag heute fristgerecht zu diesem Termin kündigen. Also schnell auf Adobe.de, Konto verwalten, Kündigung eintragen. Soweit die Theorie! Die Adobe Webseite treibt den Kunden in den Wahnsinn. Nach viel Klickerei (im Kreis)  und Hilfsangeboten kommt man letztlich immer zur Aussage: „Zur Kündigung kontaktieren sie bitte unser Supporteam per Chat oder Telefon“. Da ich die Option der fristgerechten Kündigung zum Ablaufdatum nicht finden konnte, wollte ich den CHAT Service nutzen. Der war leider (Montag 11:30 Uhr) nicht aktiv. Anmerkung: Adobe Support gibt es nur telefonisch oder per Chat, Mo-Fr zwischen 09:00 und 17:00 Uhr. Support per EMail Fehlanzeige!

Also zum Telefon gegriffen und angerufen. Nach dem mittlerweile obligatorischen Hinweis, dass Gespräche mitgeschnitten werden und es aufgrund von ungewöhnlich vielen Anfragen zu längeren Wartezeiten kommen kann, ging es nach einigen Tastentönen endlich in die Warteschleife. Seltsamerweise dauerte es keine Minute bis ein Adobe Support Mitarbeiter in der Leitung war.

Ich erklärte ihm dass ich mein Abo fristgerecht zum 2. Juli 2018 kündigen möchte. Die Frage nach den Gründen beantwortete ich wahrheitsgemäß. Daraufhin erklärte er mir,  dass eine Kündigung auf diesem Wege und zu diesem Zeitpunkt nicht möglich wäre. Er könne aber gern einen vorzeitige Vertragsstornierung eintragen, dies sei mit Stornokosten in Höhe von 50% der noch verbleibenden Abo Beiträge verbunden.  In meinem Fall zu diesem Zeitpunkt EUR 41,62.  Das Abo erlischt zum Ende des laufenden Monats. Eine Kündigung wie von mir gewünscht könne erst in den letzten vier Wochen vor Vertragserneuerung durchgeführt werden. Zu diesem Zeitpunkt wäre auch ein entsprechendes Webformular verfügbar. Als zweite Option bot er eine Email Erinnerung im Juni 2018, also vier Wochen vor Vetragsverlängerung, an.

Auf meine Frage, an welche Postadresse ich die schriftliche Kündigung per Einschreiben und Rückschein senden kann, verwies er auf das Impressum der Adobe Webseite. Das hilft allerdings nicht weiter, da hier nur die irische Postanschrift zu finden ist. Die deutsche Adresse findet man über eine Standortsuche auf der Adobe Webseite (http://www.adobe.com/de/about-adobe/contact/offices.html#euro). Der Supportmitarbeiter sagte jedoch direkt, dass dies nichts bringt da die postalische Kündigung wieder in seine Abteilung geleitet und demzufolge nicht akzeptiert werden wird. Das Ergebnis wäre das selbe.   Nach einigen Diskussionen bat ich ihn den EMail Reminder einzurichten. Ist die Vorgehensweise von Adobe tatsächlich rechtens?

Schlussfolgerung:

Adobe tut alles um Kunden in ein wie auch immer geartetes Abonnement zu bekommen. Ein Creative Cloud Abo ist mit nur wenigen Klicks auf der Webseite abgeschlossen. Eine Kündigung aber ist eine Klickorgie im Adobe Webseiten Dschungel. Die Möglichkeiten zur Kündigung wurden vermutlich absichtlich derart kompliziert gestaltet um Kunden in eine Verlängerung zu nötigen. Jedes Zeitungsabo, sogar Mobilfunkverträge können heute während der Laufzeit termingerecht gekündigt werden. Kann man zu so einem Unternehmen Vertrauen haben? Adobe hält Kundendaten und sammelt unter Umständen Daten mit den Software Produkten. Ich für meine Person habe entschieden in Zukunft auf Software dieses Unternehmens zu verzichten. Wie gesagt, die Produkte sind erstklassig, die Produkt Strategie und der Kundenservice das genaue Gegenteil.

Update vom 25.10.2017:

Seit heute wird unter „Konto verwalten“ eine Kündigungsseite angezeigt. Der Zwang den Chat oder Telefonsupport zu nutzen  entfernt. Ob die Telefonsupport Anfragen in den letzten Tagen zu stark gestiegen sind? Auf der Kündigungsseite kann das Abo sofort mit der 50%igen Storno Gebühr beendet werden. Die Option zur fristgerechten Kündigung bzw. Deaktivierung der automatischen Verlängerung bei Vertragende fehlt nach wie vor!  Eine Halteoption verspricht nun 60 Tage gratis Abo Zeit bei Beibehaltung des Vertrages. Scheinbar war die Reaktion der Kunden wesentlich stärker als Adobe vermutet hat. 

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